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Stuttgart vor der Sensation?

VfB verhandelt in Madrid wegen Huntelaar

Heiko Hinrichsen, veröffentlicht am 08.07.2009
Der Holländer Klaas-Jan Huntelaar ist ein internationaler Topstürmer – und überlegt, ob er das Angebot des VfB Stuttgart annehmen soll. Foto: AP

Madrid - Es herrschte Fischkutterwetter, wie man in Holländisch-Friesland sagt, als der junge Klaas-Jan Huntelaar seine erste Erfahrung mit dem VfB machte. Der Nebel schwappte in das schmucke Abe-Lenstra-Stadion zu Heerenveen an jenem Abend des 25. November 2004, als der SC in der Gruppenphase des Uefa-Pokals die Stuttgarter empfing. Huntelaar, damals 21 Jahre alt, erzielte kein Tor - ein Sieger war er dennoch, weil die Mannen aus dem Mekka des Eisschnelllaufes das Team von Matthias Sammer mit 1:0 bezwangen.


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Das mit dem Toreschießen hat Klaas-Jan Huntelaar ziemlich bald nachgeholt. 17 Treffer erzielte der 1,86 Meter große Stürmer in seiner schnörkellosen Art allein in der Vorrunde der folgenden Saison, was ihm eine Beförderung vom SC Heerenveen zum Branchenprimus Ajax Amsterdam einbrachte. Beim Champions-League-Gewinner von 1995 legte der Junge aus Hummelo in der Provinz Gelderland dann erst richtig los: 91 Tore in 116 Spielen durften die Statistiker in seiner Ajax-Zeit notieren.

Es war also kein Wunder, dass sich Klaas-Jan Huntelaar nicht wirklich für den VfB Stuttgart interessierte, als der sich bereits vergangenen Sommer nach den Chancen einer möglichen Verpflichtung erkundigte. Schon damals sondierte der VfB-Teammanager Horst Heldt das Terrain, weil sich der FC Bayern erstmals nachdrücklich um Mario Gomez bemühte.

Doch Huntelaar, dem es als erstem Spieler seit 21 Jahren gelungen war, in der holländischen Ehrendivision mehr als 30 Treffer, nämlich 33, zu erzielen, war auf ganz andere Kaliber als den VfB Stuttgart fokussiert: Er hatte mit der Nationalelf der Niederlande (bisher 13 Tore in 23 Partien) die Euro 2008 vor der Brust - und bereits damals die Königlichen aus Madrid im Kopf.

Sein Spitzname ist "El Cazador" - der Jäger


Mit dem Wechsel in die spanische Hauptstadt für 27 Millionen Euro Ablöse klappte es schließlich Anfang 2009. Zu Beginn der Rückrunde in der Primera Division erst nur eingewechselt, gelangen "El Cazador" (dem Jäger) in 20 Partien acht Tore. Dennoch ist Huntelaar in Madrid am Ende einer Sackgasse angekommen. Weil der Präsident Florentino Perez die Galaktischen II um Cristiano Ronaldo, Kaka und den französischen Topstürmer Karim Benzema aufbaut, steht im Gegenzug die Holländerfraktion um Rafael van der Vaart, Wesley Sneijder, Ruud van Nistelrooy und eben Huntelaar auf der Abschussliste.

In seinem Bemühen, sich auf der Real-Resterampe mit einem Stürmer allererster Güte einzudecken, ist der VfB-Teammanager Horst Heldt inzwischen ziemlich weit. Schließlich meldete das Sportblatt "As", dass VfB-Vertreter am Dienstag mit dem Real-Sportdirektor Jorge Valdano im Bernabeu-Stadion verhandelten. Dabei hat es sich um Heldts Managerkollegen Jochen Schneider gehandelt.

Anders als vor Jahresfrist, als die VfB-Oberen beim Huntelaar-Berater Arnold Oosterveer sofort abblitzten, beschäftigt man sich auch in dessen Agentur Soccer Vision nun ernsthaft mit dem VfB. Weil Heldt den Transfer mit dem Mittelfeldspieler Milan Jovanovic von Standard Lüttich wegen überzogener Forderungen platzen ließ (im linken Mittelfeld ist nun auch der Youngster Sebastian Rudy eine Option), soll das Duo Heldt/Schneider das Angebot für Huntelaar auf rund 20 Millionen Euro aufgestockt haben.

Real Madrid kann sich laut "As" mit dem Ansinnen aus Stuttgart anfreunden. Nun liegt es an dem Spieler, ob er die Offerte aus Stuttgart annimmt. Klar ist, dass der VfB das Real-Gehalt von Huntelaar, das in Spanien bei 3,8 Millionen Euro brutto pro Jahr liegt, nicht stemmen kann. Sicher ist aber auch, dass sich der Holländer nach den schlechten Erfahrungen bei Real nach einem Club aus der zweiten internationalen Reihe sehnt. Denn hier ist er als Stammspieler gesetzt - und kann so im Hinblick auf die WM 2010 seinen Platz in der holländischen Nationalelf festigen.

Demba Ba beschäftigt den VfB weiterhin


"Herr Oosterveer verhandelt in dieser Sache persönlich - und möchte sich vorerst nicht äußern, denn es rufen zurzeit sehr viele Leute bei ihm an ", hieß es am Mittwoch beim Hunterlaar-Vermarkter Soccer Vision. Schließlich ist der 25 Jahre alte Stürmer auch anderweitig begehrt: Neben dem AC Mailand und Manchester United, bei denen Huntelaar aber keine Stammplatzgarantie hätte, soll auch Manchester City ein Angebot abgegeben haben. Die allerdings spielen nicht international.

Neben den Verhandlungen mit Huntelaar beschäftigt sich der VfB weiterhin auch mit Demba Ba. Der Stürmer wird am Donnerstag in Ludwigshafen erneut am Bein untersucht - danach will der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick vom VfB eine Entscheidung. Daran will sich Horst Heldt halten. Es bleibt also spannend. Denn ein nein in Sachen Ba könnte bedeuten, dass Huntelaar bereits mehr als eine Alternative ist.


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